Beschreibung
Familiengeschichte Burggraf von Dohna
Die Burggrafen von Dohna – Ein Name auf Wanderschaft
Die Geschichte des Hauses Dohna beginnt 1127 mit dem Edelfreien Heinrich von Rötha im Pleißenland. Seit 1156 hielt seine Familie die Burggrafschaft Donin, das heutige Dohna südlich von Dresden, als Reichslehen. Von der Burg über der Müglitz kontrollierten die Burggrafen den Weg nach Böhmen und schützten königliche Rechte im Elbtal. Zwischen Meißen und der böhmischen Krone schufen sie ein eigenständiges Territorium.
Im 12. und 13. Jahrhundert erschlossen die Dohnas das östliche Erzgebirge. Burgen wie Weesenstein und Kuckuckstein, Dörfer, Märkte und Ministerialen trugen ihre Herrschaft. Die Lage zwischen mächtigen Nachbarn verlangte Diplomatie. Aus einer privaten Auseinandersetzung entwickelte sich 1395 die siebenjährige Dohnaische Fehde. Markgraf Wilhelm I. von Meißen eroberte 1402 die Stammburg; die Familie verlagerte ihren Schwerpunkt nach Böhmen, Schlesien, in die Lausitz und später nach Preußen.
Der Titel blieb ihr Markenzeichen. Kaiser Ferdinand III. bestätigte die Dohnas 1648 als Reichsburggrafen und Grafen. Schon im 16. Jahrhundert hatte Peter zu Dohna im Herzogtum Preußen Schlobitten, Carwinden und weitere Güter erhalten. Daraus entstanden die Linien Schlobitten, Schlodien, Lauck, Carwinden und Reichertswalde. Ihre Angehörigen dienten als Feldherren, Diplomaten, Gouverneure und Minister an brandenburgisch-preußischen, kaiserlichen und niederländischen Höfen.
Friedrich zu Dohna war im 17. Jahrhundert Gouverneur von Orange und vermittelte zwischen Brandenburg, den Niederlanden und der Schweiz. Alexander zu Dohna-Schlobitten wirkte als preußischer Generalfeldmarschall und Erzieher König Friedrich Wilhelms I. Im 18. Jahrhundert ließ die Familie Landsitze ausbauen und förderte Kirchen, Schulen sowie eine fortschrittlichere Gutsverwaltung.
Das 20. Jahrhundert stellte das Haus vor Prüfungen. Heinrich Graf zu Dohna-Schlobitten gehörte zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten führte 1945 einen Flüchtlingstreck aus Ostpreußen nach Westen und rettete Teile des Familienarchivs. Das Geschlecht besteht fort. Seine Archive, wiedergewonnenen Kunstwerke und restaurierten Erinnerungsorte verbinden heute Sachsen, Schlesien, Ostpreußen und Europa.
Quellen: Deutsche Biographie, Sächsische Biografie, Ostpreußen.net
Familienwappen Burggraf von Dohna
Das Stammwappen der Grafen und Burggrafen zu Dohna.
In Blau zwei schräg gekreuzte fünf- bis sechsendige silberne Hirschstangen. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken eine wachsende goldgekrönte Jungfrau mit langem goldenem Haar in silbern-blau geviertem Gewand, zwischen zwei aufrechten silbernen Hirschstangen, die sie mit den Händen hält.
Die Grafen und Burggrafen zu Dohna sind ein ursprünglich edelfreies Geschlecht, das seit dem 12. Jahrhundert die reichsunmittelbare Burggrafschaft Dohna innehatte.
Quellen: Familienverband zu Dohna, Schlossarchiv Wildenfels, heraldische und genealogische Darstellung des Geschlechts, Doninsche Brakteaten, Adelslexikon





