Beschreibung
Familiengeschichte Sayyid von Sansibar
Die Sayyids von Sansibar – Das Haus Al Bu Saʿid im Indischen Ozean
Die Dynastie Al Bu Saʿid begann 1744 mit Ahmad ibn Said, der Oman einte und als Imam eine neue Herrscherlinie begründete. Sein Enkel Said ibn Sultan baute im frühen 19. Jahrhundert eine maritime Macht zwischen Arabien und Ostafrika auf. Sansibar wurde zu seinem bevorzugten Regierungssitz. 1835 ließ er dort den Palast Beit al-Sahil errichten; die Insel entwickelte sich zum bedeutenden Handelsplatz für Nelken und Waren des Indischen Ozeans.
Nach Saids Tod 1856 teilten seine Söhne das Reich. Thuwaini regierte Oman, während Majid ibn Said erster eigenständiger Sultan von Sansibar wurde. Majid förderte die Stadt und befestigte die Herrschaft an der ostafrikanischen Küste. Ihm folgte 1870 sein Bruder Barghash, einer der prägendsten Sultane. Nach Reisen in Indien und Europa modernisierte er die Hauptstadt, ließ Straßen, Wasserleitungen und das zeremonielle Beit al-Ajaib, das „Haus der Wunder“, bauen. 1873 schloss er auf britischen Druck den öffentlichen Sklavenmarkt und untersagte den Seehandel mit versklavten Menschen.
Unter Khalifa, Ali und Hamad wurden Verwaltung und internationale Beziehungen weiterentwickelt, während der britische Einfluss wuchs. Als Khalid ibn Barghash 1896 ohne britische Zustimmung den Palast besetzte, führte ein nur wenige Minuten dauerndes Bombardement zum berühmten Anglo-Sansibar-Krieg. Hamoud ibn Muhammad übernahm danach die Regierung und unterstützte 1897 die vollständige rechtliche Aufhebung der Sklaverei.
Im 20. Jahrhundert folgten Ali, Khalifa ibn Harub und Abdullah. Khalifa regierte von 1911 bis 1960 und begleitete Sansibar durch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen. Jamshid ibn Abdullah wurde 1963 Herrscher des unabhängigen Sultanats; die Revolution von 1964 beendete seine Regierung. Die Familie lebte danach außerhalb Sansibars weiter. Ihre Paläste, Bäder und geschnitzten Türen prägen bis heute Stone Town, dessen einzigartige Verbindung afrikanischer, arabischer, indischer und europäischer Kultur UNESCO-Welterbe ist.
Quellen: Oman Ministry of Information, UNESCO World Heritage Centre, Encyclopaedia Britannica
Familienwappen Sayyid von Sansibar
Der Entwurf verbindet das dynastische Zeichen der omanischen Al Bu Saʿid – Khanjar und gekreuzte Schwerter – mit Sansibars Seefahrt und Nelkenhandel.
In Rot ein silberner Khanjar in goldverzierter Scheide über zwei gekreuzten silbernen arabischen Säbeln mit goldenen Griffen; im Schildfuß zwei gekreuzte grüne Nelkenzweige, im Schildhaupt eine kleine silberne Dhau. Über dem Schild eine weiß-goldene Sayyid-Rangzier.
Die Dynastie Al Bu Saʿid entstand 1744 in Oman. Said ibn Sultan verlagerte seinen Schwerpunkt nach Sansibar; nach 1856 wurde die Insel unter Majid ibn Said ein eigenständiges Sultanat und blieb bis 1964 unter der Dynastie.
Quellen: Oman Ministry of Information, UNESCO World Heritage Centre, Stone Town of Zanzibar, historische Emblematik der Al Bu Saʿid, Projektgeschichte „Sayyid von Sansibar“




