Pascha von Bagdad

49,90 

Der erhabene Paschatitel verweist auf die legendäre Zweistromland-Metropole Bagdad an den Ufern des Tigris.

Titelform Mann: Pascha von Bagdad
Titelform Frau: Pascha-Hanim von Bagdad
Titelform Junge: Beyzade von Bagdad
Titelform Mädchen: Hanim von Bagdad

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Description

Familiengeschichte Pascha von Bagdad

Die Paschas von Bagdad – Die georgischen Mamluken des Irak

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts suchte das Osmanische Reich nach einer starken Führung für seine Provinz Bagdad. 1704 wurde Hasan Pascha, ein erfahrener Statthalter georgischer Herkunft, mit der Regierung betraut. Er stärkte die Sicherheit, ordnete die Finanzen und schuf einen eigenen Haushalt aus jungen Mamluken. Diese meist aus dem Kaukasus stammenden Männer wurden am Hof ausgebildet und stiegen als Soldaten und Verwaltungsbeamte auf.

Hasans Sohn Ahmad Pascha folgte 1724. Er verteidigte Bagdad gegen Nader Schah und baute die Provinzarmee aus. Nach seinem Tod 1747 behauptete sich das von der Familie geprägte Netzwerk. Sulayman Abu Layla, Ahmads Schwiegersohn und selbst ein Mamluk, übernahm 1749 die Regierung. Damit entstand keine gewöhnliche Erbdynastie, sondern ein politisches Haus, das fähige Nachfolger durch Ausbildung, Heirat und Patronage verband.

Mehrere Paschas führten diese Tradition fort. Sie handelten formell im Namen des Sultans, regierten Bagdad, Basra und zeitweise große Teile des heutigen Irak jedoch mit beträchtlicher Selbstständigkeit. Karawanenwege wurden geschützt, Kanäle instand gehalten und Märkte, Moscheen, Bäder, Schulen sowie Khane erweitert. Zugleich mussten die Statthalter zwischen arabischen Stammesverbänden, kurdischen Fürsten, den heiligen Städten Nadschaf und Kerbela, Persien und Istanbul vermitteln.

Den letzten großen Abschnitt prägte Daud Pascha ab 1817. Er modernisierte Heer und Verwaltung, förderte Manufakturen, Bewässerung und Bildung und versuchte, Bagdads wirtschaftliche Eigenständigkeit zu stärken. Sultan Mahmud II. wollte dagegen die Provinzen wieder enger an die Zentrale binden. Nach einer schweren Flut und Pestepidemie rückte 1831 ein osmanisches Heer ein; Daud musste sein Amt übergeben.

Die Mamlukenherrschaft ging damit in eine neue Verwaltungsordnung über. Ihr über mehr als ein Jahrhundert gewachsenes Erbe blieb jedoch in Bagdads Bauten, Institutionen und in der Vorstellung eines zusammenhängend regierten Irak deutlich sichtbar.

Quellen: Cambridge University Press, Encyclopaedia Iranica, Encyclopaedia of Islam

Familienwappen Pascha von Bagdad

Das Wappen ist als osmanisches Provinz- und Amtswappen für den Pascha von Bagdad gestaltet. Es verbindet die osmanische Mondsichel mit Wahrzeichen der Provinzhauptstadt und dem Tigris.

In Rot unter einer silbernen, einen achtstrahligen Stern umschließenden Mondsichel ein goldenes, dreitoriges Stadttor mit zwei Türmen; im Schildfuß silbern-blaue Wellen. Über dem Schild der ranggemäße osmanische Turban, hinter dem Schild schräggekreuzt ein Krummsäbel und ein Streitkolben. Goldene osmanische Ranken fassen das Ganze ein.

Die Paschas von Bagdad regierten die Provinz im Namen des osmanischen Sultans. Besonders die georgisch-kaukasisch geprägten Mamlukenpaschas bestimmten zwischen 1704 und 1831 die Verwaltung des Irak.

Quellen: Encyclopaedia Iranica, Encyclopaedia of Islam, Cambridge History of Turkey, Beiträge zur osmanischen Provinzverwaltung, historische Stadtansichten und Siegel der Provinz Bagdad

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