Description
Familiengeschichte Marchese di Saluzzo
Die Markgrafen von Saluzzo – Ein Alpenstaat voller Ideen
Die Markgrafen von Saluzzo stammten aus dem Haus der Aleramiden. Bonifacio del Vasto verteilte seinen Besitz im westlichen Ligurien und Piemont unter seine Söhne. Manfredo I. erhielt das Land zwischen Po, Alpen und Stura und machte Mitte des 12. Jahrhunderts Saluzzo zur Hauptstadt. Aus dem Ort wuchs eine befestigte Residenz mit Burg, Mauern und Markt.
Fast vier Jahrhunderte behauptete die Familie ihre Stellung zwischen Savoyen, Montferrat, Frankreich und den oberitalienischen Städten. Manfredo II. und seine Nachfolger erweiterten Rechte und Besitzungen; Tommaso I. festigte im 13. Jahrhundert die Verwaltung. Trotz Kriegen und Erbstreitigkeiten gewann das Haus seine Selbstständigkeit mehrfach zurück. Verbindungen nach Frankreich prägten Hofsprache, Ritterkultur und Diplomatie.
Ein farbiger Vertreter war Tommaso III. Während einer Gefangenschaft in Turin verfasste er um 1400 „Le Chevalier errant“, ein allegorisches Werk über Rittertum, Liebe und Herrschaft. Sein Sohn Ludovico I. leitete eine lange Friedenszeit ein. Unter ihm und Ludovico II. erreichte Saluzzo im 15. Jahrhundert seine Blüte: Handel und Handwerk wuchsen, Kirchen und Paläste entstanden, Künstler fanden Aufträge.
Ludovico II. ließ ab 1479 den „Buco di Viso“ durch den Monte Viso treiben. Der erste Verkehrstunnel durch die Alpen erleichterte den Handel mit der Provence. Seine Gemahlin Marguerite de Foix führte danach die Regentschaft für den Sohn Michele Antonio. 1511 erhielt Saluzzo ein eigenes Bistum – ein Zeichen fürstlichen Selbstbewusstseins.
Nachfolgestreitigkeiten und Kriege zwischen Frankreich und Habsburg schwächten das Land. 1548 stellte sich das Parlament des Markgrafentums unter den französischen König; 1601 kam Saluzzo im Frieden von Lyon an Savoyen. Seitenlinien der Familie, darunter die Grafen von Paesana und Castellar, bewahrten Namen und Archive. Die Castiglia, Casa Cavassa und Saluzzos fächerförmige Altstadt erzählen heute von einem kleinen Staat mit erstaunlich weitem Horizont.
Quellen: Comune di Saluzzo, Treccani, Archivio di Stato di Torino, Visit Cuneese
Familienwappen Marchese di Saluzzo
Das ursprüngliche Wappen der Markgrafen von Saluzzo aus dem Haus Del Vasto.
In Silber ein blaues Schildhaupt.
Die Markgrafen von Saluzzo entstammten dem Haus Del Vasto und regierten die Markgrafschaft vom 12. bis zum 16.
Quellen: Heraldry Institute, „Argent on a chief azure“, Stemma di Saluzzo, Registro Araldico Italiano





