Description
Familiengeschichte Vizconde de Rocabertí
Die Vizegrafen von Rocabertí – Wächter der Pyrenäenwege
Hoch über La Jonquera bewachte die Burg Rocabertí die Pässe der Albera. Aus diesem Ort ging eines der ältesten katalanischen Vizegrafengeschlechter hervor. Ein Dalmau erscheint um 971 als Vizegraf von Peralada; im 11. Jahrhundert ist die Bezeichnung Rocabertí sicher belegt. Die Familie stand zwischen den Grafen von Empúries, Rosselló und Barcelona und baute in dieser Grenzlandschaft ihre Stellung aus.
Das Vizegrafentum umfasste Besitzungen in Alt Empordà und jenseits der Pyrenäen. Im 13. Jahrhundert bewährten sich Hug Jofre und Jofre III. in wechselnden Bündnissen, hielten jedoch zur Krone von Aragón. Dalmau VI. gewann durch seine Ehe mit Ermessenda de Navata einen großen Teil Peraladas. Die Marktstadt wurde Mittelpunkt des Hauses und bot mehr Raum als die Stammburg.
Im 14. Jahrhundert trat Felip Dalmau I. als Soldat und Diplomat hervor. Er kämpfte im Krieg der beiden Peter, verhandelte in Kastilien und verteidigte Empordà, Rosselló und Girona gegen Söldner. Auch Kultur gehörte zur Welt der Rocabertí: Troubadoure und Gelehrte fanden an ihrem Hof Aufmerksamkeit. Dalmau VIII. begleitete im 15. Jahrhundert König Alfons den Großmütigen auf Mittelmeerzügen und erhielt Verges, Bellcaire sowie die Burg Requesens.
1599 erhob Philipp III. Francesc Jofre de Rocabertí zum Grafen von Peralada. Damit verbanden sich alter Vizegrafenrang und neue höfische Würde. Nach Elisenda de Rocabertí ging die Nachfolge im späten 17. Jahrhundert an die Rocafull, Grafen von Albatera, und 1728 an die Boixadors, Grafen von Savallà. Beide Häuser führten den Namen Rocabertí weiter.
Im 19. und 20. Jahrhundert folgten über verwandtschaftliche Linien die Familien Dameto, Sureda, Fortuny und Montaner. Burgreste, das Schloss von Peralada und reiche genealogische Sammlungen bewahren die Erinnerung an eine Dynastie, deren Geschichte fast tausend Jahre katalanischer Grenz-, Hof- und Kulturgeschichte miteinander verbindet.
Quellen: Gran Enciclopèdia Catalana, Real Academia de la Historia, PARES, Catalunya Romànica
Familienwappen Vizconde de Rocabertí
Verwendet wird die älteste überlieferte Form der Rocabertí-Waffen: sieben blaue Schachroche in Gold. Diese Anordnung ist für das hochmittelalterliche katalanische Geschlecht belegt.
In Gold sieben blaue Schachroche, pfahlweise in der Stellung zwei, drei und zwei angeordnet. Über dem Schild eine Vizegrafenkrone.
Die Vizegrafen von Rocabertí zählen zu den ältesten Adelsgeschlechtern Kataloniens. Ihre Herrschaft lag im Raum Peralada und an den Pyrenäenwegen der Albera; Wappenzeugnisse begegnen bereits an romanischen und gotischen Baudenkmälern.
Quellen: Armoria, „Los Vizcondes de Rocabertí“, mittelalterliche Wappenzeugnisse in Santa Maria de l’Estany und an der Kathedrale von Tarragona, Gran Enciclopèdia Catalana, PARES





